
DJ McCreevy will nächste Woche Deregistrierungsfrage mit USA klären
BRÜSSEL (Dow Jones)–Die Europäische Union (EU) erwartet, in der kommenden Woche die langwierige Auseinandersetzung mit der US-Börsenaufsicht SEC über den erleichterten Börsenrückzug europäischer Unternehmen einvernehmlich beilegen zu können. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy will zudem während seiner am Montag beginnenden Visite in Washington und New York Gespräche über Rechnungslegungsstandards und Versicherungsregulierung führen. Auch dürfte das Thema Hedgefonds ein bestimmendes Thema sein, sagte McCreevys Sprecher Oliver Drewes.
Die von den Europäern erhoffte Vereinbarung zur Deregistrierung soll auf der Basis eines SEC-Vorschlags von Dezember getroffen werden. McCreevy sprach von einem "sensiblen und praktikablen" Ansatz und einem "wirklichen Fortschritt". EU-Unternehmen würden bei einer weniger strengen Regelung eher dazu geneigt sein, an die US-Kapitalmärkte zu gehen. Allerdings will der Kommissar bei seinem Treffen am Dienstag mit SEC-Chairman Christopher Cox noch einige Änderungsvorbehalte der Europäer zur Sprache bringen.
Nach dem SEC-Vorschlag sollen EU-Unternehmen künftig nach ihrem Börsenrückzug in den USA von ihren Berichtspflichten entbunden werden, wenn ihr durchschnittliches tägliches US-Handelsvolumen in den letzten zwölf Monaten gegenüber dem Primärmarkt unter 5% lag. Die EU möchte bei den Berechnungen beispielsweise auch den Over-the-counter-Handel einbeziehen sowie konvertible Bonds und Sicherheiten, damit die 5%-Marke leichter unterschritten werden kann.
Derzeit gilt als Kriterium für die Deregistrierung bei der SEC, dass die Zahl der Anleger in den USA dauerhaft auf unter 300 fallen muss, damit ein Unternehmens endgültig von seinen Berichtspflichten entbunden wird. Die durchschnittlichen Zusatzkosten pro Unternehmen werden vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) auf über 7 Mio EUR beziffert.
Der Dachverband der europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope schätzt die Situation mit den USA in Fragen der Regulierung Fortschritte zu erzielen als günstig ein. Jenseits des Atlantiks stelle man sich derzeit mit Blick auf London und der Abwanderungen nach Asien zunehmend die Frage, ob die eigenen Gesetzesvorgaben nicht zu restriktiv seien. -Von Angelika Steinfort, Dow Jones Newswires; 32 2 7411490,
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