
DJ XETRA-SCHLUSS/Leichter nach volatilem Geschäft
FRANKFURT (Dow Jones)–Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag leichter geschlossen, wobei die Tagesspanne rund 150 Punkte betrug. Der DAX fiel um 0,6% oder 37 Punkte auf 6.603. Gehandelt wurden Aktien für rund 9,6 Mrd EUR. Zunächst kam es im frühen Handel zu einer Erholung, die wegen der Stärke des Yen aber rasch wieder abflaute. Die Angst vor einem massiven Auflösen so genannter Carry Trades mit entsprechenden Rückwirkungen auf die internationalen Aktienmärkte sorgte dann einmal mehr für rückläufige Kurse. Erst am Nachmittag kam es dann zu einer gewissen Beruhigung, die durch eine Stabilisierung am Devisenmarkt ermöglicht wurde. Auch eher enttäuschende US-Konjunkturdaten vermochten daran nichts zu ändern. Teilnehmer hoffen nun darauf, dass es in der kommenden Woche zu einer Erholung des Marktes kommt. Aus technischer Sicht sei der DAX bei 6.550 Punkten unterstützt und treffe bei 6.780 Punkten auf einen Widerstand. Auf der Gewinnerseite stechen Deutsche Börse hervor, die um 2,1% auf glatt 156 EUR stiegen. Die Deutsche Börse hatte am Vorabend gute Umsatzzahlen für die Handelsplattform Xetra veröffentlicht. "Exzellent", so der Kommentar eines Händlers. Allerdings habe das Februar-Plus von 64% im Xetra-Aktienhandel auch vom turbulenten Monats-Ultimo profitiert. Daneben stiegen Linde um 1,8% auf 77,11 EUR. Das Unternehmen erzielte 2006 einen zweistelligen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Deutsche Post profitierten mit einem Plus von 0,8% auf 24,11 EUR von einer Erhöhung des Kursziels durch Morgan Stanley. Auf der anderen Seite fielen Deutsche Telekom um 2,4% auf 12,73 EUR. Merrill Lynch und Morgan Stanley stuften die T-Aktie ab. SAP, die den Kurssturz bislang recht gut überstanden hatten, büßten 2,2% auf 35,34 EUR ein. E.ON schlossen 1,3% leichter mit 96,40 EUR. Enel will seine Beteiligung an Endesa auf bis zu 24,9% erhöhen. Laut spanischen Medienberichten kontrolliert Enel gar schon diesen Aktienanteil. Damit rücke die geplante Übernahme durch E.ON in immer weitere Ferne, was sich als weiter belastend für die Aktie erweisen könnte, hieß es im Handel. Wenig Einfluss hatten die US-Autoabsatzzahlen für Februar. Während BMW und Audi sehr stark abgeschnitten hätten, habe der DaimlerChrysler-Konzern unter schwachen Chrysler-Zahlen gelitten, so ein Händler. Der Markt warte weiter auf eine Lösung für die US-Tochter. Der Porsche-Absatz sei mit minus 27% besonders schwach ausgefallen. Im MDAX gewannen Heidelberger Druck wegen einer Hochstufung durch Goldman Sachs auf "Kaufen" 5% auf 32,56 EUR. IWKA legten um 2,2% zu auf 22,13 EUR zu. EADS sanken dagegen um 4,1% auf 23,62 EUR und reagierten damit auf die Nachricht, dass UPS den Auftrag für 10 Maschinen der Frachtversion des A380 stornieren will. "Das überrascht nach der EADS-Ankündigung, die Arbeiten an dieser Version unterbrechen zu wollen, zwar nicht allzu sehr, aber der Markt reagiert momentan empfindlich auf schlechte Nachrichten", sagte ein Händler. Im TecDax gaben ADVA nach dem Ausweis von Geschäftszahlen um 5,1% nach auf 7,95 EUR. Die Eckdaten zum vierten Quartal sowie zum Geschäftsjahr 2006 lagen einem Marktbeobachter zufolge zwar unter den Erwartungen, dies resultierte allerdings aus der Verschiebung von Aufträgen in das erste Quartal. Ein Analyst bezeichnete die Verluste daher als übertrieben.DJG/mif/ros