Amazon Care setzt Konkurrenz unter Druck

Amazon Headquarters in Seattle Depositphotos / AnSyvan

Bisher war Amazon Care ein digitaler Gesundheitsdienst, der nur Mitarbeitern des Internetriesen zur Verfügung stand. Bald soll er gegen eine Gebühr auch von anderen US-Unternehmen genutzt werden können, berichtet das Handelsblatt. Das Konzept hinter Amazon Care ist die Kombination aus virtueller medizinischer Betreuung und einer Betreuung durch Ärzte vor Ort. Mit diesem Angebot profitiert der Konzern weiter von der Corona-Pandemie, da die Scheu vor einem persönlichen Arztbesuch und damit die Nachfrage nach digitalen Arztterminen groß ist. „Die anderen Unternehmen zeigen großes Interesse an dem hybriden Modell aus virtuellem und persönlichem Service“, erzählt Kristen Helton, Direktorin von Amazon Care, dem US-Nachrichtensender CNBC. Sie sieht Amazon Care als einen angemessenen Ersatz für den Hausarzt: „Sie können den gleichen Betreuer sehen, ein Behandlungsteam, sodass eine Gruppe von Fachleuten Sie wirklich kennenlernt.“

Damit weitet Amazon sein Geschäft auf dem Gesundheitsmarkt weiter aus, nachdem der Onlinehändler bereits 2018 die Online-Apotheke PillPack übernommen hat und gemeinsam mit dem Gesundheitsanbieter Crossover Health an 17 Standorten eigene Kliniken für die Amazon-Mitarbeiter betreibt. Mit seinem virtuellen Gesundheitsservice für Arbeitgeber macht der Konzern anderen Anbietern wie Teladoc, Versicherern wie United Healthcare oder der Apothekenkette CVS Healthcare ihren Marktwert streitig. Nach der Ankündigung der Ausweitung von Amazon Care für andere Unternehmen als Amazon selbst verloren Teladoc und CVS Healthcare deutlich an Punkten an der Börse, auch wenn sich die Kurse Donnerstagmorgen wieder erholten.

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