Fed erhöht Leitzins um 0,75 Prozent – Dow Jones verliert

Fed erhöht Leitzins um 0,75 Prozent – Dow Jones verliert Bild: IMAGO / Kyodo News

Nach einer zweitägigen Sitzung hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in ihrer mittlerweile fünften Anhebung in diesem Jahr den Leitzins am Mittwoch um 0,75 Prozent erhöht. Lag das Zinsniveau zu Jahresbeginn bei einer Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent, beträgt sie jetzt 3 bis 3,25 Prozent. Die Inflationsrate in den USA beträgt aktuell 8,3 Prozent, die Notenbank strebt ein Niveau von 2 Prozent an. Gleichzeitig, so heißt es in einem Bericht des Onlineportals der »Tagesschau«, erwarte sie ein geringeres Wachstum als bisher angenommen.

Nachdem das Bruttoinlandprodukt nach der Coronakrise um 5,7 Prozent gestiegen war, wird nun ein Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert. Die Inflationsrate wird trotz der fünf Leitzinserhöhungen bei 5,4 Prozent liegen. Der US-Aktienindex Dow Jones fiel in der Nacht zu Donnerstag um 1,7 Prozent auf 30.183 Punkte ab, der S&P-500 um 1,7 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,8 Prozent.

Auch, wenn die Zinsanhebung für viele ein nötiger Schritt gegen die Inflation ist, so gibt es auch Kritik. »Die abgesenkten Wachstumserwartungen der Notenbank und die gleichzeitig höheren Zinserwartungen zeigen, dass die Notenbank auch eine milde Rezession und einen gewissen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen wird, um die hohe Inflation einzudämmen«, meint Michael Heise, Chefökonom vom Vermögensverwalter HQ Trust.

Tatsächlich liegen die Erwartungen der Währungshüter beim Wachstum des BIP bei 0,2 Prozent. »Ich wünschte, es gebe einen schmerzlosen Weg«, wird Fed-Chef Jerome Powell in dem Bericht »Tagesschau« zitiert, aber den gebe es nicht. Auch eine Rezession könne nicht ausgeschlossen werden.

Als nächstes werden deutliche Zinserhöhungen von der britischen Zentralbank Bank of England (BoE) und von der schweizerischen Nationalbank erwartet. Experten gehen von einer Erhöhung um 0,75 beziehungsweise 0,5 Prozent aus.

MK

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