Finanzen

Investor steigt bei Microsoft aus

Tech-Milliardär Barry Sternlicht warnt vor den Folgen künstlicher Intelligenz für klassische Softwarekonzerne

US-Investor Barry Sternlicht verkauft Microsoft-Aktien und warnt davor, dass künstliche Intelligenz viele bisherige Softwarelösungen verdrängen könnte. Statt Programme selbst zu bedienen, könnten Nutzer künftig direkt mit KI-Agenten arbeiten. Damit erreicht die KI-Debatte nun auch die bisherigen Gewinner der Tech-Rally.

2 Min.

11.05.2026

Die Euphorie rund um künstliche Intelligenz könnte zunehmend auch Risiken für die großen Gewinner der Techbranche offenlegen. Der US-Milliardär und Investor Barry Sternlicht hat laut Medienberichten begonnen, Microsoft-Aktien zu verkaufen – aus Sorge, dass KI langfristig klassische Softwaremodelle unter Druck setzen könnte.

Wie unter anderem Heise Online berichtet, äußerte Sternlicht die Befürchtung, dass künstliche Intelligenz viele bisher profitable Softwarelösungen künftig teilweise ersetzen könnte. Seine zentrale These: KI automatisiert nicht nur Arbeitsprozesse, sondern zunehmend auch die Nutzung klassischer Software selbst.

Hintergrund ist die rasante Entwicklung sogenannter agentischer KI-Systeme. Diese Systeme sollen künftig eigenständig Aufgaben erledigen, für die bislang verschiedene Softwareprogramme genutzt werden mussten. Statt mehrere Anwendungen aktiv zu bedienen, könnten Nutzer künftig direkt mit KI-Assistenten arbeiten, die Prozesse automatisch steuern und Entscheidungen vorbereiten.

Ausgerechnet Microsoft zählt derzeit zu den größten Profiteuren des KI-Booms. Der Konzern investiert Milliarden in künstliche Intelligenz und kooperiert eng mit OpenAI. Produkte wie Copilot sollen KI tief in bestehende Office- und Cloud-Angebote integrieren.

Doch genau darin sehen manche Investoren inzwischen auch ein mögliches Risiko. Denn wenn KI immer stärker selbstständig arbeitet, könnte sich der Wert klassischer Softwarepakete langfristig verändern. Anwendungen könnten stärker im Hintergrund verschwinden, während KI-Assistenten zur eigentlichen Nutzeroberfläche werden.

Die Debatte erinnert an frühere technologische Umbrüche in der Techbranche. Immer wieder entstanden neue Plattformen, die bestehende Geschäftsmodelle verdrängten oder massiv veränderten. Während viele Anleger derzeit vor allem auf die Wachstumschancen durch KI setzen, wächst parallel die Frage, welche Unternehmen langfristig tatsächlich von der Entwicklung profitieren – und welche womöglich selbst unter Druck geraten könnten.

Trotz des Teilverkaufs bleibt Microsoft an den Börsen weiterhin einer der wichtigsten KI-Werte weltweit. Analysten verweisen darauf, dass der Konzern durch seine Cloud-Infrastruktur, Unternehmenskunden und die frühe Integration von KI bislang eine starke Ausgangsposition besitzt. Die Aussagen Sternlichts zeigen jedoch, dass die Diskussion über die langfristigen Folgen künstlicher Intelligenz inzwischen auch die bisherigen Gewinner der KI-Rally erreicht.

SK

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