Finanzen

Neue EU-Regel: Ab 2027 gilt auch in Deutschland eine Bargeld-Obergrenze für gewerbliche Zahlungen

Gewerbliche Barzahlungen über 10 000 Euro künftig verboten

2 Min.

20.01.2026

Ab dem 1. Januar 2027 wird es innerhalb der Europäischen Union eine einheitliche Obergrenze für Bargeldzahlungen von 10 000 Euro pro Transaktion geben, die auch in Deutschland gelten soll. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Pakets zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Finanzkriminalität, das im April 2024 vom Europäischen Parlament beschlossen und Ende Mai 2024 vom EU-Rat bestätigt wurde.

Die Regelung zielt darauf ab, große Bargeldbewegungen im geschäftlichen Zahlungsverkehr transparenter zu machen und so kriminelle Finanzströme besser nachverfolgbar zu machen. Künftig dürfen Barzahlungen im gewerblichen Kontext – etwa beim Kauf von Kraftfahrzeugen, Antiquitäten, Edelmetallen oder anderen hochpreisigen Gütern – nicht mehr über 10 000 Euro liegen. Zudem müssen Verkäufer bereits bei Barzahlungen ab 3 000 Euro die Identität der zahlenden Person erfassen und speichern.

Auf Bundesebene hatte es zuvor keine rechtliche Obergrenze für Bargeldzahlungen im Geschäftsverkehr gegeben: Zahlungen in beliebiger Höhe waren bislang zulässig, auch wenn Händler ab einem Wert von mehr als 10 000 Euro verpflichtet waren, die Identität ihrer Kundinnen und Kunden festzuhalten. Mit der EU-Regelung wird dieser Grundsatz auf ein verbindliches Grenzniveau gehoben und harmonisiert.

Die neue Obergrenze gilt ausschließlich für gewerbliche Transaktionen; Barzahlungen zwischen Privatpersonen bleiben unbegrenzt möglich, solange keine gewerbliche Tätigkeit vorliegt. So kann etwa ein Gebrauchtwagen zwischen zwei Privatpersonen auch in Zukunft bar bezahlt werden, selbst wenn der Betrag über 10 000 Euro liegt.

Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben bereits eigene Bargeldlimits eingeführt, die teils unter dem neuen EU-Standard liegen: In Frankreich gilt ein Limit von 1 000 Euro, in Spanien ebenfalls 1 000 Euro, in Italien 5 000 Euro. Diese nationalen Obergrenzen können auch weiterhin bestehen bleiben, solange sie unter der EU-Grenze von 10 000 Euro liegen.

Kritiker der neuen Regelung sehen darin eine Einschränkung klassischer Freiheitsrechte und einen weiteren Schritt zur Reduzierung des Bargeldverkehrs, während Befürworter betonen, dass harmonisierte Obergrenzen ein wichtiges Instrument im Kampf gegen organisierte Kriminalität darstellen.

SK

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