Finanzen

Novartis zieht sich vollständig aus Indien zurück

Pharmakonzern verkauft Mehrheitsbeteiligung an Finanzinvestoren

Novartis zieht sich vollständig aus Indien zurück und verkauft seine Mehrheitsbeteiligung an Finanzinvestoren. Teil einer globalen strategischen Neuausrichtung.

2 Min.

20.02.2026

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis trennt sich von seiner börsennotierten Tochtergesellschaft in Indien und verkauft seinen gesamten Anteil von rund 70,7 Prozent an ein Konsortium von Finanzinvestoren. Der Verkaufspreis liegt bei etwa 159 Millionen US-Dollar.

Käufer sind mehrere Private-Equity-Gesellschaften, darunter WaveRise Investments, ChrysCapital und Two Infinity Partners. Zusätzlich wurde ein Pflichtangebot für den Erwerb weiterer Anteile angekündigt, wodurch die neuen Investoren ihre Beteiligung weiter ausbauen könnten.

Der Rückzug erfolgt nach einer bereits zuvor angekündigten strategischen Überprüfung der Aktivitäten in Indien. Novartis unterhält dort keine eigene Produktion, sondern vertreibt hauptsächlich Medikamente auf dem lokalen Markt.

Der Schritt wird als Teil einer umfassenderen globalen Neuausrichtung interpretiert. Novartis konzentriert sich zunehmend auf innovative Arzneimittel, Forschung sowie Märkte mit höheren Margen. Indien gilt zwar als wachsender Pharmamarkt, ist jedoch stark preisreguliert und durch intensiven Wettbewerb geprägt.

An den Finanzmärkten löste die Nachricht deutliche Kursreaktionen aus: Die Aktie der indischen Tochtergesellschaft legte nach Bekanntwerden des Deals stark zu, da Investoren auf Veränderungen in Strategie und Unternehmensführung spekulieren.

Für Novartis bedeutet der Ausstieg eine weitere Straffung des Portfolios nach mehreren Verkäufen und Umstrukturierungen in den vergangenen Jahren. Der Konzern gehört mit einem Jahresumsatz von über 50 Milliarden US-Dollar weiterhin zu den größten Pharmaunternehmen weltweit.

Insgesamt zeigt die Transaktion, dass internationale Pharmakonzerne ihre Präsenz zunehmend selektiv gestalten und Kapital gezielt in Regionen und Geschäftsbereiche lenken, die höhere Wachstums- und Renditepotenziale versprechen.

SK

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