Zu Beginn der neuen Handelswoche zeigen sich die wichtigsten Rohstoff- und Digitalwerte unter starkem Abgabedruck. Gold und Silber, traditionell als sichere Anlageklassen betrachtet, gaben mehrfach nach, ebenso wie bekannte Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Die Schwächebewegung setzte sich am Montag fort und spiegelte eine allgemein risikoaverse Stimmung an den globalen Finanzmärkten wider, bei der Anleger vorübergehend sichere, weniger volatile Anlageformen bevorzugen.
Gold verlor in der Spitze mehrere Prozentpunkte und näherte sich teils wieder der Marke von 1 800 US-Dollar je Unze, nachdem in den vorangegangenen Wochen bereits Gewinne abgegeben worden waren. Silber zeigte eine ähnliche Tendenz und rutschte infolge steigender Realrenditen – einem Faktor, der die Opportunitätskosten von Edelmetallen ohne Zinszahlung erhöht – deutlicher. Diese Entwicklung fällt zusammen mit einem stärkeren US-Dollar, der Rohstoffpreise in Dollar-Basis tendenziell drückt.
Auch im Bereich der Kryptowährungen kam es zu deutlichen Abschlägen. Bitcoin, der größte digitale Coin nach Marktkapitalisierung, fiel am Montag zeitweise um mehr als vier Prozent, während andere große Digitalwährungen wie Ethereum ebenfalls spürbar nachgaben. Marktbeobachter führen diese Schwäche auf eine Kombination aus Gewinnmitnahmen, geopolitischer Unsicherheit und einer generell vorsichtigen Risikobereitschaft der Anleger zurück.
Analysten sehen in der aktuellen Konsolidierungsphase sowohl technische als auch fundamentale Treiber: Einerseits seien kurzfristige charttechnische Unterstützungsniveaus unterschritten worden, was in automatisierten Handelssystemen weitere Verkäufe auslösen könne. Andererseits habe sich die Stimmung durch makroökonomische Daten und geldpolitische Signale verschlechtert, was Anleger dazu veranlasse, Risikoassets zu reduzieren zugunsten klassischer Sicherheiten wie hochwertigen Staatsanleihen.
Während kurzfristige Schwankungen an den Märkten nicht ungewöhnlich sind und in der Vergangenheit oftmals als gesunde Konsolidierung nach längeren Aufwärtsphasen interpretiert wurden, bleibt die Frage, ob sich bei Edelmetallen und digitalen Assets bald wieder eine Bodenbildung abzeichnet. Viele Investoren blicken dabei auf makroökonomische Indikatoren und geldpolitische Entscheidungen, die in den kommenden Wochen weitere Impulse für die Stimmung an den globalen Märkten liefern könnten.
SK