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Geopolitik und Klimakurs verschärfen globale Kostenrisiken

Ukraine-Krieg und US-Klimapolitik beeinflussen Märkte, Preise und Europas Stabilität

Ukraine-Krieg und mögliche Änderungen der US-Klimapolitik erhöhen wirtschaftliche Risiken für Europa. Märkte, Preise und Investitionen geraten unter Druck.

2 Min.

12.02.2026

Zwei zentrale Entwicklungen prägen derzeit die globalen wirtschaftlichen Risiken: der Ukraine-Krieg mit seinen Folgen für Energie- und Agrarmärkte sowie eine mögliche Neuausrichtung der US-Klimapolitik. Beide Faktoren wirken sich zunehmend auf Kostenstrukturen, Versorgungssicherheit und langfristige Investitionsentscheidungen in Europa aus.

In den USA hat die Umweltbehörde EPA eine zentrale wissenschaftliche Grundlage für Klimaschutzregulierung zur Überprüfung gestellt. Dabei geht es um die sogenannte Gefährdungsfeststellung für Treibhausgase, die bisher als juristische Basis für staatliche Klimaschutzmaßnahmen diente. Nun wollen Donald Trump und EPA-Chef Lee Zeldin die Gefährdungsfeststellung von 2009 aufheben und bei einer Zeremonie im Weißen Haus formell besiegeln. Dies hätte weitreichende Folgen, denn eine Abschwächung dieser Grundlage könnte Klimaschutzvorgaben lockern und internationale Klimapolitik sowie Investitionen in emissionsarme Technologien beeinflussen. Beobachter erwarten mögliche Auswirkungen auf globale Klimastrategien und wirtschaftspolitische Prioritäten.

Parallel dazu verändert der Krieg in der Ukraine weiterhin die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa. Russland nutzt nach Einschätzung europäischer Beobachter gezielt seine starke Position auf dem Düngemittelmarkt, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Staatlich gestützte Exporte und günstige Produktionsbedingungen setzen europäische Hersteller unter Druck und verändern Preisstrukturen im Agrarsektor. Dies beeinflusst Produktionskosten in der Landwirtschaft und kann langfristig Auswirkungen auf Lebensmittelpreise und Versorgungssicherheit haben.

Die wirtschaftlichen Folgen beider Entwicklungen reichen über einzelne Branchen hinaus. Der Ukraine-Krieg verursacht weiterhin hohe staatliche Ausgaben für Verteidigung, militärische Unterstützung und langfristig mögliche Wiederaufbauprogramme. Gleichzeitig erfordern Klimaschutzmaßnahmen sowie zunehmende Wetterextreme umfangreiche Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und Anpassungsmaßnahmen.

Für europäische Volkswirtschaften entstehen daraus parallel verlaufende Belastungsfaktoren: steigende Staatsausgaben, volatile Energie- und Rohstoffpreise sowie wachsende Anforderungen an Industrie und Landwirtschaft. Unternehmen müssen ihre Strategien zunehmend an geopolitische Risiken, regulatorische Veränderungen und langfristige Klimarisiken anpassen.

Insgesamt zeigt sich, dass sicherheits- und klimapolitische Entwicklungen zunehmend zu zentralen wirtschaftlichen Einflussfaktoren werden. Ihre Auswirkungen betreffen nicht nur staatliche Haushalte und globale Märkte, sondern wirken sich mittelbar auch auf Produktionskosten, Lieferketten und wirtschaftliche Stabilität in Europa aus.

SK

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