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»Präsidenten kommen und gehen« - Selenskyj mahnt Verlässlichkeit an

Kiew verlangt stabile Zusagen der USA über Wahlperioden hinaus

Ukrainischer Präsident betont, dass nicht einzelne Präsidenten, sondern US-Institutionen über verlässliche Sicherheitszusagen entscheiden. Kiew fordert Garantien über Jahrzehnte.

2 Min.

23.02.2026

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview die Bedeutung langfristiger amerikanischer Sicherheitsgarantien betont und dabei indirekt Zweifel an der Verlässlichkeit einzelner politischer Führungen geäußert. »Präsidenten kommen und gehen, aber Institutionen bleiben«, erklärte er mit Blick auf die Vereinigten Staaten.

Selenskyj machte deutlich, dass sich die Ukraine nicht auf persönliche Zusagen eines amtierenden Präsidenten verlassen könne, sondern auf Entscheidungen, die vom gesamten politischen System getragen werden. Insbesondere der US-Kongress spiele dabei eine zentrale Rolle, da er langfristige Verpflichtungen legitimieren könne.

Hintergrund der Aussagen sind anhaltende Unsicherheiten über die zukünftige amerikanische Unterstützung im Krieg gegen Russland. Die Ukraine strebt Sicherheitsgarantien für mehrere Jahrzehnte an — deutlich über die Amtszeit einzelner Präsidenten hinaus.

Gleichzeitig vermied Selenskyj eine direkte Konfrontation mit Donald Trump. Er betonte, es gehe nicht nur um eine Person, sondern um »Amerika insgesamt«. Damit signalisiert Kiew, dass es die strategische Partnerschaft mit den USA unabhängig von innenpolitischen Entwicklungen aufrechterhalten möchte.

Die Aussagen spiegeln die schwierige Lage der Ukraine wider: Sie ist militärisch und wirtschaftlich stark auf westliche Unterstützung angewiesen, muss aber zugleich politische Veränderungen in den Partnerländern einkalkulieren.

Für die internationale Politik bedeutet dies, dass der Ukraine-Konflikt zunehmend von langfristigen Sicherheitsarchitekturen abhängt — nicht nur von kurzfristigen diplomatischen Initiativen. Stabilität, Abschreckung und Wiederaufbau werden nach Einschätzung vieler Beobachter Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Insgesamt unterstreicht das Interview, wie sehr der Krieg über nationale Grenzen hinaus zu einer strategischen Herausforderung für die westliche Sicherheitsordnung geworden ist — und wie entscheidend verlässliche Bündnisse für die Zukunft der Ukraine bleiben.

SK

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