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Rekord-Handelsüberschuss 2025: Chinas Exporte bleiben stark

Außenhandel boomt trotz Handelskonflikt mit USA

2 Min.

14.01.2026

China hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord-Außenhandelsüberschuss erzielt. Nach offiziellen Zollzahlen stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent, während die Importe nahezu unverändert blieben. Daraus resultierte ein Überschuss von rund 1,2 Billionen US-Dollar, deutlich mehr als im Vorjahr und ein erneutes Signal für Chinas starke Position als globale Exportnation.

Die robusten Ausfuhren hielten sich trotz des anhaltenden Zoll- und Handelskonflikts mit den USA. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen um etwa 20 Prozent zurück, vor allem wegen höherer Strafzölle und verschärfter politischer Maßnahmen. Gleichzeitig weiteten chinesische Unternehmen ihre Lieferungen in andere Regionen deutlich aus: Besonders Länder in Südostasien, Afrika und die Europäische Union verzeichneten starke Zuwächse und kompensierten damit den Rückgang im US-Geschäft.

Auch die Zahlen für Dezember 2025 fielen stärker aus als erwartet. Sowohl Exporte als auch Importe übertrafen die Prognosen der Analysten, was auf eine weiterhin robuste internationale Nachfrage nach chinesischen Waren hindeutet. Besonders dynamisch entwickelten sich Elektrotechnik, Elektronik, Automobiltechnik und verschiedene Vorprodukte.

Trotz dieser Stärke bleibt die chinesische Wirtschaft stark von der Exportnachfrage abhängig. Die Binnenwirtschaft und der private Konsum entwickeln sich verhaltener, belastet durch einen schwachen Immobilienmarkt und zurückhaltende Verbraucher. Experten sehen darin eine strukturelle Herausforderung: China müsse mittelfristig mehr Wachstumsimpulse aus dem Inland schaffen, um die Abhängigkeit vom Auslandsgeschäft zu reduzieren.

Gleichzeitig sorgt der große Handelsüberschuss in mehreren Volkswirtschaften für wachsende geopolitische Spannungen. Die Europäische Union arbeitet seit einiger Zeit daran, die Abhängigkeit von chinesischen Importen in strategischen Sektoren zu verringern und hat hierzu eigene Zölle und Maßnahmen eingeführt, um europäische Industrien zu schützen und ausgewogenere Handelsbedingungen zu erreichen.

Insgesamt zeigen die aktuellen Handelszahlen sowohl die Widerstandskraft der chinesischen Exportindustrie als auch die zentralen Herausforderungen, vor denen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf dem Weg zu einem ausgewogeneren Wachstumsmodell steht.

SK

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