Die Bill & Melinda Gates Foundation hat für das Jahr 2026 ein Rekordbudget von neun Milliarden US-Dollar verabschiedet und gleichzeitig den schrittweisen Abbau von bis zu fünfhundert Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2030 angekündigt. Die Stiftung, eine der größten philanthropischen Organisationen weltweit, begründet die Personalreduzierung damit, die Betriebskosten auf maximal 1,25 Milliarden US-Dollar (etwa 14 Prozent des Gesamtbudgets) begrenzen zu wollen, während der Haushalt für globale Gesundheits-, Bildungs- und Armutsbekämpfungsprogramme erhöht wird.
Das Rekordbudget über neun Milliarden US-Dollar soll vor allem Programme in den Bereichen mütterliche und kindliche Gesundheit, Impf- und Polio-Programme, Infektionsschutz, Armutsminderung sowie US-Bildungsinitiativen stärken. Zugleich soll ein stärkerer Fokus auf Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) für öffentliche Dienste gelegt werden, während die Präsenz in Afrika und Indien ausgebaut werden soll. CEO Mark Suzman betonte, dass die Personalreduzierungen schrittweise und wohlüberlegt jährlich überprüft würden und nicht in einer einzigen Entlassungswelle stattfinden sollen.
Die Entscheidung zum Personalabbau fällt vor dem Hintergrund eines bereits seit 2024 geplanten schrittweisen Wind-down-Plans der Stiftung bis 2045, in dessen Verlauf die Stiftung rund zweihundert Milliarden US-Dollar einsetzen will, bevor sie sich auflöst. Die Absenkung der Belegschaft soll helfen, die Effizienz der Mittelverwendung zu steigern, indem ein größerer Anteil der verfügbaren Ressourcen direkt in Programme fließt. Suzman erklärte, man hoffe, dass das endgültige Personalabbau-Ziel von fünfhundert Stellen nicht vollständig erreicht werden müsse, und dass auch offene Stellen unbesetzt bleiben könnten, um den Umfang zu reduzieren.
Philanthropie-Experten sehen in dem Schritt sowohl eine strategische Neuausrichtung als auch eine Reaktion auf veränderte makroökonomische und geopolitische Rahmenbedingungen: Der reduzierte staatliche Entwicklungshilfe-Einsatz, etwa durch Ausgabenkürzungen in den USA, erhöhte Herausforderungen im globalen Gesundheitssektor und der wachsende Bedarf an nachhaltiger Finanzierung machen effizientere Strukturen erforderlich. Diese Veränderungen könnten auch Einfluss auf das Umfeld anderer nichtstaatlicher Akteure und kleinerer Nonprofits haben, die von Fördermittel-Strömen der Gates-Stiftung abhängig sind.
Obwohl der Personalabbau bei einer solch einflussreichen Organisation selten ist, betonen Beobachter, dass der Fokus auf strategische Prioritäten, technologische Innovationen und regionale Präsenzverstärkung zentrale Elemente der aktuellen Ausrichtung bleiben und die Stiftung weiterhin eine bedeutende Rolle in globalen Gesundheits- und Entwicklungsfragen spielen könnte.
SK