Politik

Fast acht Millionen Beschäftigte verdienen unter 15 Euro pro Stunde

Niedrige Löhne betreffen knapp jeden fünften Arbeitnehmer in Deutschland

In Deutschland verdient fast jeder fünfte Beschäftigte weniger als 15 Euro pro Stunde. Insgesamt betrifft dies rund 7,7 Millionen Arbeitnehmer. Die Zahlen heizen die Debatte über Mindestlohn und Kaufkraft erneut an.

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12.03.2026

In Deutschland verdient ein erheblicher Teil der Beschäftigten weiterhin weniger als 15 Euro pro Stunde. Nach aktuellen Daten erhielten im April des vergangenen Jahres rund 7,7 Millionen Arbeitnehmer einen Stundenlohn unterhalb dieser Schwelle. Das entspricht etwa 19,3 Prozent aller Beschäftigten und damit nahezu jeder fünften arbeitenden Person.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag hervor und basieren auf der jüngsten Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes. Besonders häufig treten niedrige Stundenlöhne in bestimmten Branchen auf, etwa in der Gastronomie, im Autohandel sowie in verschiedenen Dienstleistungsbereichen.

Der gesetzliche Mindestlohn liegt derzeit bei 13,90 Euro pro Stunde. Damit bleibt ein erheblicher Teil der Beschäftigten nur knapp oberhalb dieser Grenze oder sogar darunter. Die Mindestlohnkommission plant zwar weitere Anhebungen in den kommenden Jahren, doch die Diskussion über einen Mindestlohn von 15 Euro hält an.

Die Zahlen verdeutlichen zugleich die Größe des deutschen Niedriglohnsektors. In der amtlichen Statistik gelten Beschäftigte mit Stundenlöhnen deutlich unterhalb des mittleren Einkommens als Niedrigverdiener. Experten sehen darin ein strukturelles Merkmal des deutschen Arbeitsmarktes, der trotz hoher Beschäftigung weiterhin eine große Spanne bei den Einkommen aufweist.

Die Debatte über höhere Mindestlöhne ist deshalb eng mit der Frage verbunden, wie sich Lebenshaltungskosten, Kaufkraft und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft entwickeln. Befürworter höherer Mindestlöhne sehen darin eine Möglichkeit, die Einkommen im unteren Bereich zu stabilisieren, während Kritiker vor möglichen Auswirkungen auf Beschäftigung und Kosten für Unternehmen warnen.

SK

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