Sachwerte

Iran-Krieg verteuert Hausbau: Materialpreise und Energie treiben Kosten spürbar nach oben

Baupreise steigen um bis zu 5 Prozent – Branche warnt vor weiterem Druck auf ohnehin angespannten Wohnungsmarkt

Der Iran-Krieg trifft jetzt den Hausbau. Materialien, Energie und Transport werden teurer – Baukosten steigen spürbar. Für Bauherren wird es erneut schwieriger. Und eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht.

2 Min.

24.04.2026

Der Krieg zwischen Israel und Iran wirkt sich zunehmend auf den deutschen Wohnungsbau aus. Nach Angaben aus der Bauwirtschaft sind die Kosten für den Bau von Eigenheimen bereits spürbar gestiegen. Branchenvertreter berichten von Preissteigerungen bei zentralen Materialien wie Stahl, Beton und Dämmstoffen sowie bei energieabhängigen Vorprodukten. Insgesamt liegen die Baukosten derzeit um etwa 3 bis 5 Prozent höher als vor Beginn des Konflikts.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem steigende Energie- und Rohstoffpreise. Viele Baustoffe basieren direkt oder indirekt auf Erdöl, dessen Preis infolge geopolitischer Spannungen deutlich angezogen hat. Gleichzeitig verteuern höhere Dieselpreise Transport und Logistik auf den Baustellen. Auch der Betrieb von Baumaschinen und Kränen wird teurer, was die Gesamtkosten zusätzlich erhöht.

Die Auswirkungen gehen über einzelne Projekte hinaus. Der Bau von Wohnraum war bereits in den vergangenen Jahren durch steigende Kosten belastet. Der aktuelle Preisschub verschärft die Lage weiter und trifft auf einen ohnehin angespannten Markt mit hoher Nachfrage und begrenztem Angebot. Bereits zuvor waren die Baukosten kontinuierlich gestiegen, während sich der Neubau deutlich abgeschwächt hatte.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Der Krieg treibt auch die allgemeinen Inflationsraten und die Finanzierungskosten nach oben. Steigende Energiepreise wirken sich zeitverzögert auf viele Wirtschaftsbereiche aus und erhöhen zugleich die Bauzinsen, was Investitionen zusätzlich verteuert.

Die Branche rechnet nicht mit einer schnellen Entlastung. Selbst wenn sich die Rohölpreise kurzfristig stabilisieren sollten, dürften viele Lieferanten ihre Preise zunächst hoch halten. Damit bleibt der Druck auf Bauherren bestehen. Vertreter der Bauwirtschaft fordern deshalb politische Maßnahmen, um Kosten zu senken – etwa durch weniger Regulierung und vereinfachte Bauvorschriften.

Der Effekt des Iran-Kriegs zeigt damit eine typische wirtschaftliche Kettenreaktion: Steigende Energiepreise schlagen auf Rohstoffe, Transport und Finanzierung durch – und verteuern am Ende konkrete Projekte wie den Bau eines Eigenheims.

SK

Nach oben