Sachwerte

Staaten horten strategische Rohstoffe — Gold ist nur der Anfang

Neue Rohstoffpolitik verändert globale Märkte

Laut Goldman Sachs bauen Regierungen weltweit strategische Rohstoffreserven auf. Die neue Politik erhöht Marktvolatilität und könnte langfristig Preise treiben.

2 Min.

16.02.2026

Regierungen weltweit bauen ihre strategischen Reserven aus und zwar längst nicht mehr nur bei Gold. Laut einer Analyse von Goldman Sachs werden zunehmend auch industrielle Metalle, Energie- und Agrarrohstoffe gehortet, um sich gegen geopolitische Risiken, Lieferkettenstörungen und wirtschaftliche Unsicherheit abzusichern. Diese Entwicklung verändert die Struktur der globalen Rohstoffmärkte nachhaltig.

Auslöser sind insbesondere die Erfahrungen der vergangenen Jahre: Pandemie-bedingte Lieferengpässe, Energie- und Nahrungsmittelkrisen sowie zunehmende geopolitische Spannungen haben Regierungen dazu veranlasst, die Versorgungssicherheit als strategische Priorität zu behandeln. Neben staatlichen Lagerbeständen kommen auch Maßnahmen wie Exportkontrollen, Subventionen für heimische Produktion und Handelsbarrieren zum Einsatz.

Ein besonders auffälliges Beispiel ist der Markt für Industriemetalle wie Kupfer. Obwohl zeitweise ein Überangebot erwartet wurde, führten staatliche Käufe und Vorratsaufbau in einzelnen Ländern zu einer Verknappung auf internationalen Märkten und damit zu steigenden Preisen. Gleichzeitig verstärken solche Maßnahmen die regionale Fragmentierung der Märkte und erhöhen die Anfälligkeit für Preisschocks.

Auch private Investoren folgen zunehmend dieser Logik und betrachten Rohstoffe als eine Art »Versicherung« gegen politische und wirtschaftliche Risiken. Dadurch steigt die Nachfrage zusätzlich und verstärkt die Volatilität weiter. Besonders Gold nimmt dabei eine Sonderrolle ein, da nahezu der gesamte Bestand oberirdisch verfügbar ist und das Angebot nur langsam auf Preisänderungen reagiert.

Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine strukturelle Verschiebung hin: Rohstoffe werden nicht mehr ausschließlich nach wirtschaftlicher Effizienz verteilt, sondern zunehmend nach sicherheitspolitischen Erwägungen. Für Unternehmen und Verbraucher kann dies langfristig höhere Preise, größere Schwankungen und stärkere regionale Unterschiede bedeuten.

SK

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