Unternehmen

Hoffnung auf Rückzahlungen zerschlägt sich für Exportfirmen

Rechtliche Unsicherheit im US-Handelsstreit hält an

Trotz Supreme-Court-Entscheidung bleiben viele US-Strafzölle bestehen. Deutsche Exportunternehmen müssen weiterhin mit hohen Handelsbarrieren rechnen.

2 Min.

23.02.2026

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu Donald Trumps Zollpolitik sorgt zwar für internationale Aufmerksamkeit, bringt deutschen Unternehmen jedoch voraussichtlich keine spürbare Entlastung. Zwar wurden Teile der Zölle für rechtswidrig erklärt, doch zahlreiche Abgaben auf wichtige Exportgüter bleiben bestehen.

Besonders betroffen sind weiterhin zentrale Industriezweige. So gelten unter anderem hohe Zölle auf Stahl und Aluminium sowie sektorbezogene Abgaben auf Produkte wie Autos, Möbel oder Pharmaerzeugnisse unverändert weiter. Für exportorientierte Unternehmen bedeutet das, dass sich ihre Wettbewerbsbedingungen in den USA kurzfristig kaum verbessern.

Das Gericht erklärte lediglich jene Maßnahmen für unzulässig, die auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er-Jahren gestützt waren. Andere Zölle beruhen jedoch auf unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen und bleiben daher unangetastet.

Zahlreiche Unternehmen hoffen dennoch auf Rückerstattungen bereits gezahlter Abgaben. Die Chancen gelten allerdings als unsicher, da komplexe rechtliche Verfahren notwendig wären und die US-Regierung neue Maßnahmen ergreifen könnte, um ihre Handelspolitik fortzusetzen.

Ökonomen erwarten zudem, dass Washington alternative Instrumente nutzen wird, um den protektionistischen Kurs beizubehalten. Selbst wenn einzelne Zölle wegfallen, könnten neue Regelungen oder pauschale Importabgaben eingeführt werden.

Für die deutsche Exportwirtschaft bleibt die Lage damit schwierig. Die USA sind einer der wichtigsten Absatzmärkte, insbesondere für Automobil-, Maschinenbau- und Chemieunternehmen. Anhaltende Unsicherheit über zukünftige Handelsregeln erschwert Investitionsentscheidungen und langfristige Planung.

Insgesamt zeigt das Urteil, dass juristische Niederlagen der US-Regierung nicht automatisch zu wirtschaftlicher Entspannung führen. Der Handelskonflikt bleibt ein strukturelles Risiko für transatlantische Wirtschaftsbeziehungen und globale Lieferketten.

SK

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