Wirtschaft

EU-Kommission drängt Google zur Öffnung von Android: Mehr Wettbewerb bei KI-Diensten

Neue Maßnahmen sollen Interoperabilität erzwingen – Nutzer könnten künftig frei zwischen KI-Assistenten wählen

Die EU greift Googles Android-System an. Neue Regeln sollen KI-Dienste für alle Anbieter öffnen. Nutzer könnten künftig frei wählen. Der Schritt zeigt, wie ernst Brüssel den Wettbewerb im KI-Markt nimmt.

2 Min.

28.04.2026

Die Europäische Kommission verschärft den Druck auf Google und fordert eine weitgehende Öffnung des Android-Betriebssystems für konkurrierende KI-Dienste. Hintergrund ist das laufende Verfahren nach dem Digital Markets Act, mit dem die EU die Marktmacht großer Plattformen begrenzen will. Konkret geht es darum, dass alternative KI-Anbieter künftig gleichberechtigt auf zentrale Funktionen von Android-Geräten zugreifen können.

Im Fokus steht die sogenannte Interoperabilität. Nach den Vorschlägen der Kommission sollen konkurrierende KI-Dienste in der Lage sein, direkt mit Apps auf Android-Smartphones zu interagieren – etwa E-Mails über die bevorzugte App zu versenden, Essen zu bestellen oder Fotos zu teilen. Diese Funktionen sind bislang weitgehend den eigenen KI-Lösungen von Google vorbehalten.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Steuerung der Systeme. Nutzer sollen künftig eigene Aktivierungsbefehle für KI-Assistenten festlegen können, anstatt an feste Sprachkommandos wie »Ok Google« gebunden zu sein. Ziel ist es, die Kontrolle stärker auf die Nutzer zu verlagern und die Integration alternativer Dienste zu erleichtern.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind zunächst nicht verbindlich. Die Kommission hat eine Konsultationsphase gestartet, in der Unternehmen und andere Marktteilnehmer Stellung nehmen können. Auf dieser Basis sollen innerhalb von etwa sechs Monaten konkrete Vorgaben definiert werden. Kommt es zu keiner Einigung, drohen Google formelle Verfahren und empfindliche Strafen wegen Verstößen gegen EU-Wettbewerbsregeln.

Die Initiative ist Teil einer breiteren Strategie der EU, den digitalen Binnenmarkt stärker zu regulieren und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren. Insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz will Brüssel sicherstellen, dass nicht einzelne Plattformanbieter den Zugang zu zentralen Technologien kontrollieren. Wettbewerb und Innovationsfähigkeit sollen dadurch gestärkt werden.

Damit wird Android zum nächsten großen Schauplatz der europäischen Digitalpolitik. Während Google seine Plattform bislang weitgehend kontrolliert, versucht die EU nun, den Zugang systematisch zu öffnen. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben – nicht nur für den Wettbewerb im KI-Markt, sondern auch für die grundlegende Funktionsweise mobiler Betriebssysteme.

SK

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