Wirtschaft

Merz kritisiert Handelsdefizit mit China als »nicht gesund«

Kanzler wirbt zugleich für engere Partnerschaft mit Peking

Deutschland importiert deutlich mehr aus China als umgekehrt. Kanzler Merz bezeichnet das wachsende Handelsdefizit als problematisch, will die Zusammenarbeit aber ausbauen. Die Beziehungen stehen zwischen wirtschaftlicher Chance und geopolitischem Risiko.

2 Min.

25.02.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Antrittsbesuch in China das stark gestiegene Handelsdefizit Deutschlands deutlich kritisiert. Mit rund 80 Milliarden Euro habe sich das Minus innerhalb von fünf Jahren vervierfacht — eine Entwicklung, die »nicht gesund« sei. Gleichzeitig betonte Merz die strategische Bedeutung der Beziehungen zu China und sprach von einer wirtschaftlichen »Erfolgsgeschichte«.

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Staatspräsident Xi Jinping standen daher sowohl wirtschaftliche Kooperation als auch strukturelle Ungleichgewichte im Handel. Deutschland strebt fairere Wettbewerbsbedingungen und besseren Marktzugang für europäische Unternehmen an, während China weiterhin als zentraler Absatz- und Beschaffungsmarkt gilt.

Ein konkretes Signal wirtschaftlicher Zusammenarbeit ist eine mögliche Großbestellung von Flugzeugen beim europäischen Hersteller Airbus. Gleichzeitig versucht Berlin, Risiken durch Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Lieferketten zu reduzieren und die Beziehungen strategisch neu auszubalancieren.

Die Bundesregierung steht damit vor einem schwierigen Spagat: Einerseits ist China Deutschlands wichtigster Handelspartner, andererseits wächst der Wettbewerbsdruck durch staatlich geförderte Industriepolitik, Exportüberschüsse und Überkapazitäten chinesischer Unternehmen. Diese Faktoren könnten europäische Märkte destabilisieren und Arbeitsplätze gefährden.

Der Besuch verdeutlicht, dass Deutschland seine China-Strategie neu ausrichten muss. Ziel ist eine Partnerschaft, die wirtschaftliche Chancen nutzt, ohne strategische Abhängigkeiten weiter zu vertiefen.

SK

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