Wirtschaft

Siemens bringt KI-Agenten in die Industrie

Neuer „Eigen“-Agent soll Ingenieurarbeit deutlich beschleunigen

Siemens stellt erstmals einen KI-Agenten für Ingenieure vor. Das System kann Aufgaben eigenständig planen und ausführen. Damit verändert sich die Rolle von KI in der Industrie grundlegend. Unternehmen setzen zunehmend auf automatisierte Prozesse. Der Schritt könnte die Entwicklungsgeschwindigkeit deutlich erhöhen. Gleichzeitig wächst der Druck, mit der technologischen Dynamik Schritt zu halten.

2 Min.

20.04.2026

Der Technologiekonzern Siemens hat auf der Hannover Messe 2026 erstmals einen KI-Agenten speziell für Ingenieure vorgestellt. Das System mit dem Namen „Eigen“ soll Entwicklungs- und Automatisierungsprozesse in der Industrie deutlich beschleunigen und teilweise eigenständig übernehmen. Nach Angaben des Unternehmens kann der Einsatz solcher KI-Agenten die Effizienz im Engineering um bis zu 50 Prozent steigern.

Im Unterschied zu klassischen KI-Anwendungen geht der Ansatz deutlich weiter. Während bisherige Systeme vor allem unterstützend arbeiten, übernimmt der neue Agent komplette Aufgabenketten eigenständig. Er plant Arbeitsschritte, führt sie aus, überprüft Ergebnisse und passt Prozesse iterativ an. Damit entwickelt sich industrielle KI von einem Assistenzwerkzeug hin zu einem aktiven Akteur innerhalb technischer Systeme.

In Pilotprojekten wurde der sogenannte „Eigen Engineering Agent“ bereits bei mehr als 100 Unternehmen weltweit getestet. Siemens sieht darin einen entscheidenden Schritt, um die Entwicklung, Programmierung und Optimierung industrieller Anlagen zu automatisieren. Das System kann unter anderem Automatisierungscode erstellen, Systeme konfigurieren und Prozesse so lange optimieren, bis definierte Leistungsziele erreicht sind.

Die Einführung erfolgt in einem Umfeld, in dem künstliche Intelligenz zunehmend zum zentralen Wettbewerbsfaktor der Industrie wird. Auf der Hannover Messe 2026 steht das Thema im Mittelpunkt, während Unternehmen verstärkt auf KI setzen, um Produktivität zu steigern und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Studien zeigen, dass bereits knapp die Hälfte der Industrieunternehmen KI-Agenten einsetzt oder deren Einführung plant.

Für Siemens ist der neue Agent Teil einer umfassenden Strategie, industrielle Prozesse stärker zu digitalisieren und zu automatisieren. Ziel ist es, KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen – von der Entwicklung über das Engineering bis hin zur Produktion und dem laufenden Betrieb.

Die Markteinführung deutet auf eine grundlegende Verschiebung in der industriellen Arbeitswelt hin. Wenn KI-Systeme nicht mehr nur unterstützen, sondern eigenständig handeln, verändern sich Anforderungen an Fachkräfte ebenso wie die Struktur von Entwicklungsprozessen. Gleichzeitig erhöht sich die Geschwindigkeit, mit der industrielle Innovation umgesetzt werden kann.

SK

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