Deutschland weist im internationalen Vergleich eine besonders intensive Nutzung von Nachrichtenmedien auf. Laut einer aktuellen Studie des Marketingnetzwerks Stagwell in Zusammenarbeit mit Media Impact informieren sich 81 Prozent der Erwachsenen regelmäßig über aktuelle Ereignisse. Rund 35 Prozent gelten sogar als sogenannte »Nachrichtenjunkies«, die mehrmals täglich News konsumieren.
Diese Gruppe ruft im Durchschnitt 7,2-mal täglich Nachrichten ab und liest etwa 10 Artikel pro Tag. Damit liegt Deutschland deutlich über anderen untersuchten Märkten wie den USA oder Großbritannien. Besonders bemerkenswert ist zudem der Anteil sogenannter »exklusiver Nachrichtenjunkies«: 18 Prozent beschäftigen sich stark mit News, zeigen aber wenig Interesse an Sport oder Unterhaltung.
Im Vergleich zu anderen Themenfeldern haben Nachrichten hierzulande einen deutlich höheren Stellenwert. Während 35 Prozent der Bevölkerung intensiv politische oder gesellschaftliche Berichterstattung verfolgen, sind es bei Sport nur etwa 25 Prozent und bei Unterhaltungsinhalten rund 15 Prozent.
Für Medienunternehmen und Werbetreibende ergeben sich daraus erhebliche wirtschaftliche Implikationen. Die Studie zeigt, dass Werbung im Umfeld von Nachrichten ähnlich effektiv ist wie in anderen Medienumfeldern. Bei Anzeigen neben Artikeln zu Politik oder Kriminalität lag die durchschnittliche Kaufabsicht bei etwa 66 Prozent — nahezu identisch mit Werten aus Sport- oder Entertainment-Kontexten.
Die Ergebnisse widersprechen damit der verbreiteten Annahme, Werbung in Nachrichtenumfeldern sei riskanter oder weniger wirksam. Gleichzeitig unterstreichen sie die zentrale Rolle journalistischer Inhalte im digitalen Medienökosystem Deutschlands, in dem Nachrichten weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit und Relevanz besitzen.
SK