Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland bleibt ein viel diskutiertes Thema. Während häufig der unbereinigte Gender Pay Gap von rund 16 Prozent genannt wird, zeigt der bereinigte Wert ein deutlich anderes Bild. Dieser lag zuletzt bei etwa 6 Prozent — also bei vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie.
Der unbereinigte Wert berücksichtigt sämtliche Beschäftigten unabhängig von Branche, Arbeitszeit oder Position. Dadurch fließen Faktoren wie Teilzeitquoten, Berufsverteilung, Karriereunterbrechungen oder Führungsanteile stark in die Statistik ein. Frauen arbeiten beispielsweise häufiger in schlechter bezahlten Branchen oder in Teilzeit, was den durchschnittlichen Stundenverdienst reduziert.
Beim bereinigten Gender Pay Gap werden diese strukturellen Unterschiede herausgerechnet. Übrig bleibt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in vergleichbaren beruflichen Situationen. Nach Angaben statistischer Behörden verdienen Frauen unter diesen Bedingungen pro Stunde etwa 6 Prozent weniger als Männer.
Regional fallen die Unterschiede unterschiedlich aus. In Ostdeutschland ist die Lohnlücke insgesamt deutlich geringer als im Westen, was unter anderem mit höheren Vollzeitquoten von Frauen zusammenhängt. Bundesweit bleibt der durchschnittliche Abstand jedoch seit mehreren Jahren relativ stabil.
Der jährlich begangene Equal Pay Day macht auf diese Unterschiede aufmerksam und markiert symbolisch den Zeitraum, in dem Frauen rechnerisch »unbezahlt« arbeiten würden, um auf den gleichen Jahresverdienst wie Männer zu kommen.
SK