Finanzen

EU verschärft Krypto-Steuerpflichten ab 2026 mit automatischem Reporting

Neue DAC8-Regel zwingt Anleger und Plattformen zur vollständigen Offenlegung

2 Min.

10.01.2026

Mit dem Beginn des Jahres 2026 tritt in der Europäischen Union ein neues Steuer- und Melde­regime für Kryptowährungen in Kraft, das den digitalen Vermögenswertmarkt erheblich transparenter macht. Die EU-Richtlinie DAC8 verpflichtet Krypto-Dienstleister und Plattformen dazu, detaillierte Informationen zu Transaktionen, Wallets und Nutzerdaten systematisch an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Ziel ist es, Steuervermeidung bei Kryptowährungen zu unterbinden und grenzüberschreitende Transaktionen für Finanzämter sichtbar zu machen.

Nach den neuen Vorgaben müssen Anbieter innerhalb der EU bis spätestens 1. Juli 2026 Daten über Kryptotransaktionen sammeln und übermitteln. Diese umfassen unter anderem persönliche Daten der Nutzer, Zeitpunkte sowie Werte von Kauf und Verkauf und Detailinformationen zu Beständen und Transfers. Anschließend wird diese Information zwischen den Steuerbehörden der EU-Staaten ausgetauscht, um eine länderübergreifende Kontrolle zu gewährleisten. Die Regelung baut auf dem OECD-Standard Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) auf, der bereits von zahlreichen Staaten übernommen wurde, darunter viele große Finanzzentren.

Brüssel begründet die Reform damit, dass der bislang dezentral organisierte Krypto-Markt Steuerbehörden Schwierigkeiten bereitete, Gewinne und Kapitalzuwächse zuverlässig zu erfassen. Ab 2026 sollen Einkünfte aus dem Handel mit digitalen Assets wie Bitcoin, Ethereum oder anderen Tokens nicht mehr allein von Anleger-Selbstangaben abhängen, sondern durch automatisiertes Reporting für Finanzämter nachvollziehbar werden. Verstöße gegen die neuen Pflichten können empfindliche Bußgelder für Service-Provider und Plattformen nach sich ziehen, wenn diese ihrer Meldepflicht nicht nachkommen.

Für private Anleger bedeutet die Umstellung, dass die bislang in vielen Fällen weitgehend freiwillige oder unkoordinierte Steuererklärung bei Krypto-Gewinnen künftig von vorneherein mit einem automatisierten Datenstrom verknüpft ist. Das dürfte sowohl die Steuerbasis erweitern als auch die Nachvollziehbarkeit von Gewinnen und Verlusten verbessern. Nationale Gesetzgeber haben EU-weit bereits begonnen, die DAC8-Vorgaben in nationales Recht umzusetzen, wobei in Deutschland entsprechende Umsetzungsmaßnahmen ebenfalls verabschiedet wurden.

SK

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