Finanzen

Zentralbank-Unabhängigkeit im Fokus 

Powell unter Druck, aber weltweit Solidarität

2 Min.

14.01.2026

Am 13. Januar 2026 rückte das Thema Unabhängigkeit der Zentralbanken erneut in den Mittelpunkt weltwirtschaftlicher Debatten. Hintergrund ist die strafrechtliche Untersuchung gegen Jerome Powell, den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die vom US-Justizministerium eröffnet wurde. Dabei geht es um Vorwürfe im Zusammenhang mit der Renovierung der Fed-Zentrale in Washington; Powell selbst bezeichnete die Ermittlungen als politisch motivierten Versuch, die Geldpolitik zu beeinflussen. Er betonte, dass die Fed ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zum Gemeinwohl erfülle und nicht der politischen Einflussnahme folge.

In Reaktion darauf haben Zentralbank-Chefvolkswirte aus zahlreichen Ländern einschließlich der Europäischen Zentralbank, der Bank of England und weiterer großer Notenbanken öffentlich ihre »volle Solidarität« mit Powell und der Unabhängigkeit der Fed bekräftigt. In einer gemeinsamen Erklärung hoben sie hervor, dass die Unabhängigkeit der Zentralbanken ein Eckpfeiler für Preis-, Finanz- und Wirtschafts-stabilität sei, und riefen dazu auf, dieses Prinzip trotz politischer Spannungen zu wahren.

Auch in Deutschland wurde das Thema aufgegriffen: Finanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Unabhängigkeit der Zentralbanken als eine »klare Linie «der wirtschaftspolitischen Ordnung und betonte, dass sie trotz wachsender transatlantischer Differenzen weiter verteidigt werden müsse.

Der Konflikt hat auch eine breitere internationale Debatte ausgelöst: Wirtschaftsexperten warnen, dass politische Versuche, geldpolitische Entscheidungen zu beeinflussen, das Vertrauen in die Geldpolitik untergraben und langfristig Preisstabilität und wirtschaftliche Stabilität gefährden könnten.

SK

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