Die Europäische Union sieht sich mit einer stark wachsenden Flut von Warenlieferungen aus China konfrontiert, die vor allem über Online-Plattformen direkt an Verbraucher versendet werden. Millionen Kleinsendungen erreichen täglich europäische Länder, während nur ein minimaler Anteil tatsächlich zoll- und sicherheitsrechtlich überprüft wird. Nach Angaben aus Behördenkreisen liegt die Prüfquote bei etwa 0,008 Prozent.
Ein Großteil dieser Sendungen fällt unter die Regelungen für geringwertige Waren, für die vereinfachte Verfahren gelten. Dadurch gelangen Produkte häufig ohne umfassende Kontrolle auf den europäischen Markt. Kritiker warnen, dass dadurch Sicherheitsstandards, Produktschutzvorschriften und Zollbestimmungen umgangen werden könnten.
Die Entwicklung belastet insbesondere den europäischen Einzelhandel und heimische Hersteller. Während europäische Unternehmen umfangreiche Vorschriften erfüllen müssen, gelangen importierte Produkte oft zu deutlich niedrigeren Preisen in den Markt. Branchenvertreter sehen darin eine Wettbewerbsverzerrung, die langfristig Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Europa gefährden könnte.
Hinzu kommen logistische Herausforderungen für Behörden und Infrastruktur. Die schiere Menge der Sendungen erschwert systematische Kontrollen, sodass viele Pakete automatisiert abgefertigt werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf die EU, ihre Zoll- und Marktüberwachungssysteme an den boomenden grenzüberschreitenden Onlinehandel anzupassen.
Politisch wird daher über strengere Regelungen für Online-Plattformen, neue Kontrollmechanismen und mögliche Anpassungen der Zollfreigrenzen diskutiert. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und Sicherheits- sowie Umweltstandards besser durchzusetzen.
SK