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Indien wird für die deutsche Wirtschaft zum Schlüsselmarkt

Bilateraler Handel, Investitionen und strategische Partnerschaften im Fokus

2 Min.

12.01.2026

Indien ist für die deutsche Wirtschaft ein zunehmend bedeutender Partner, dessen wirtschaftliches Potenzial weit über das traditionelle Exportgeschäft hinausreicht. Die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt verzeichnet seit Jahren robuste Wachstumsraten und bietet deutschen Unternehmen sowohl einen wachsenden Absatzmarkt als auch attraktive Investitionsmöglichkeiten. 

Dies zeigt sich in der jüngsten offiziellen Delegationsreise von Bundeskanzler Friedrich Merz nach Indien, bei der Staats- und Wirtschaftsvertreter eine Vertiefung der Handels-, Technologie- und Sicherheitskooperation diskutierten.

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Indien ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen und liegt inzwischen im Bereich von mehr als fünfzig Milliarden US-Dollar, was die steigende wirtschaftliche Verflechtung beider Volkswirtschaften widerspiegelt. Neben klassischen Industriegütern gewinnen Bereiche wie Technologie, Energie, Digitalisierung und Forschung an Bedeutung, nicht zuletzt im Kontext gemeinsamer Zukunftstechnologien und strategischer Lieferketten.

Indien lockt deutsche Unternehmen nicht nur mit seiner schieren Marktgröße von rund 1,4 Milliarden Menschen, sondern auch mit einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung. In zahlreichen Umfragen deutscher Firmen planen viele, ihre Aktivitäten in Indien weiter auszubauen oder neue Produktions- und Entwicklungsstandorte zu errichten. Faktoren wie politische Stabilität, qualifizierte Arbeitskräfte und ein wachsender mittlerer Verbrauchermarkt gelten als entscheidende Standortvorteile. Die deutsch-indische Handelskammer unterstützt dabei den Markteintritt, Geschäftskontakte und Investitionsprojekte deutscher und indischer Unternehmen.

Im Rahmen der diplomatischen und wirtschaftlichen Gespräche betonten sowohl Premierminister Narendra Modi als auch Bundeskanzler Merz die Notwendigkeit, den bilateralen Handel weiter zu vertiefen und neue Wachstumspfade zu erschließen. Modi hob hervor, dass Indien bereit sei, Regelungen zu vereinfachen, Marktzugang zu erleichtern und gemeinsame Technologien voranzutreiben, während Merz betonte, dass offene Märkte und Kooperation beiden Volkswirtschaften zugutekämen.

Ein weiterer Motor für die wachsende Bedeutung Indiens ist das Vorantreiben eines möglichen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien, das den Austausch von Waren und Dienstleistungen erleichtern und Investitionsströme beflügeln könnte. Deutschland hält dieses Abkommen für einen wichtigen Schritt, um den Zugang zu einem der dynamischsten Wachstumsmärkte der Welt zu sichern und zugleich strategische Wirtschaftsbeziehungen außerhalb traditioneller Märkte wie China oder den Vereinigten Staaten zu diversifizieren.

SK

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