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Vertrauen in staatliche Ordnung sinkt deutlich

Bevölkerung bewertet Entwicklung der Demokratie zunehmend negativ

Mehr als 70 % der Bundesbürger bewerten die Entwicklung der Demokratie negativ. Studie zeigt sinkendes Vertrauen bei gleichzeitig grundsätzlicher Zustimmung zur Staatsform

2 Min.

20.02.2026

Mehr als 70 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass sich die Demokratie in Deutschland in den vergangenen Jahren negativ entwickelt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Bevölkerungsbefragung im Rahmen des sogenannten Deutschland-Monitors.

Gleichzeitig zeigt die Studie ein ambivalentes Bild: Die große Mehrheit bekennt sich weiterhin klar zur Demokratie als Staatsform, ist jedoch mit deren konkretem Funktionieren deutlich weniger zufrieden. Bundesweit äußerten nur etwa 60 Prozent Zufriedenheit mit der praktischen Umsetzung demokratischer Politik, in Ostdeutschland liegt dieser Anteil noch darunter.

Die Diskrepanz zwischen grundsätzlicher Zustimmung und wachsender Frustration gilt als zentrales Ergebnis der Untersuchung. Viele Bürger empfinden politische Entscheidungsprozesse als langsam, ineffizient oder wenig wirksam im Hinblick auf konkrete Probleme des Alltags.

Zugleich zeigen die Daten eine erhöhte Offenheit für alternative politische Modelle: Ein Teil der Befragten kann sich eine starke Partei oder Führung vorstellen, wenn diese als handlungsfähig wahrgenommen wird. Experten warnen, dass solche Einstellungen ein Hinweis auf sinkendes Vertrauen in demokratische Institutionen sein können.

Als mögliche Ursachen werden soziale Unsicherheit, wirtschaftliche Sorgen, regionale Unterschiede sowie das Gefühl mangelnder politischer Repräsentation diskutiert. Besonders Menschen, die gesellschaftlichen Wandel als Bedrohung erleben, äußern häufiger Zweifel an der Leistungsfähigkeit des politischen Systems.

Für Politik und Wirtschaft ist diese Entwicklung von Bedeutung, da stabile demokratische Institutionen als Voraussetzung für Investitionssicherheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und langfristige Planbarkeit gelten. Ein anhaltender Vertrauensverlust könnte daher weit über die politische Sphäre hinaus Auswirkungen entfalten.

Insgesamt zeichnet die Studie das Bild einer Gesellschaft, die die Demokratie weiterhin unterstützt, zugleich jedoch wachsende Zweifel daran hat, ob sie ihre Versprechen im Alltag noch ausreichend erfüllt.

SK

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