In einem überraschenden und erdrutschartigen politischen Sieg hat Taylor Rehmet, ein Demokrat, bei einer Sonderschlusswahl im US-Bundesstaat Texas einen lange sicher geglaubten republikanischen Sitz im State Senate erobert — aus einem Bezirk, den Präsident Donald Trump 2024 noch mit rund siebzehn Punkten Vorsprung gewonnen hatte. Rehmet, ein Air-Force-Veteran, Gewerkschaftsführer und ehemaliger Maschinist, setzte sich am Samstag im konservativen Tarrant County deutlich durch und gewann mit über 14 Prozentpunkten Vorsprung gegen die republikanische Kandidatin Leigh Wambsganss. Damit flippt ein historisch »tief roter« Wahlkreis zugunsten der Demokraten, was landesweit politische Aufmerksamkeit erzeugt.
Die Wahlbeteiligung war typisch für eine Sonderwahl niedriger als bei regulären Wahlen, doch der klare Erfolg der Demokraten gilt als Signal für eine mögliche Wende in der politischen Stimmung. Die Demokratische Partei wertet den Sieg als Hinweis auf ein stärkeres Momentum gegenüber den Republikanern, insbesondere im Vorfeld der wichtigen Zwischenwahlen (Midterms) im November 2026, bei denen die Kontrolle über den US-Kongress auf dem Spiel steht. Parteivorsitzende lobten Rehmets Fokus auf arbeitnehmernahe Themen wie Lebenshaltungskosten, gute Jobs und öffentliche Bildung als treibende Kraft hinter dem Erfolg.
Die Republikaner, die in Texas traditionell alle landesweiten Ämter halten und lange Zeit politische Dominanz beanspruchten, bezeichneten das Ergebnis trotz der Niederlage als Einzelfall und »Wake-Up-Call«, der sie nicht entmutigen solle. Kritiker innerhalb der Partei wiesen darauf hin, dass Sonderwahlen mit niedriger Beteiligung oft schwer vorherzusagen seien, und betonten, dass bei einer Neuwahl im November ein anderes Ergebnis möglich sei. Trump selbst distanzierte sich nach dem Verlust von der lokalen Kampagne mit dem Argument, es handele sich nicht um eine bundesweite Wahl und seine Präsenz dort nur begrenzt übertragbar sei.
Analysten sehen in dem Wahlergebnis jedoch ein Symptom tiefer liegender Veränderungen im politischen Klima, insbesondere wenn demografische Verschiebungen und wachsender Unmut über wirtschaftliche Fragen in ehemals sicheren republikanischen Hochburgen beobachtet werden. Mehrere frühere Sonderwahl-Erfolge der Demokraten im Jahr 2025 und Anfang 2026, etwa in anderen Bundesstaaten, unterstreichen diese Entwicklung und könnten für Republikaner ein Warnsignal sein, ihre Strategien und Botschaften im Hinblick auf die Bundestagswahlen im Herbst zu überdenken.
SK