Politik

Rekordlast für Bayern: Länderfinanzausgleich 2025 bei rund zwanzig Milliarden

Kritik in München – Füracker fordert Reform und drängt auf Urteil des Verfassungsgerichts

Der Länderfinanzausgleich 2025 steigt auf rund zwanzig Milliarden Euro. Bayern leistet fast sechzig Prozent, während Ostdeutschland und Berlin die größten Empfänger sind.

2 Min.

28.01.2026

Der sogenannte Länderfinanzausgleich in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gewachsen und erreicht nach einer ersten Berechnung des bayerischen Finanzministeriums ein Gesamtvolumen von rund zwanzig Milliarden Euro. Damit setzt sich der Trend steigender Transfers zwischen finanzstarken und finanzschwächeren Bundesländern fort, wie aus Daten der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

Mit Abstand größter Einzahler im System ist erneut der Freistaat Bayern. Das Land trug etwa 11,7 Milliarden Euro, was nahezu sechzig Prozent der Gesamtsumme entspricht und einen Anstieg von etwa sechs Komma fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Neben Bayern gehören auch Baden-Württemberg und Hessen zu den bedeutenden Geberländern; sie leisteten jeweils rund vier Milliarden Euro, während Hamburg etwa 330 Millionen Euro beisteuerte.

Ihnen gegenüber stehen zwölf Nehmerländer, die Mittel aus dem Ausgleich erhalten. Unter ihnen ist Berlin mit rund 4,2 Milliarden Euro der größte Empfänger. Viele ostdeutsche Länder, darunter Sachsen (rund 3,5 Milliarden Euro) und Thüringen (etwa 2,2 Milliarden Euro), erhielten ebenfalls deutliche Beträge aus dem System. Mehr als vierzehn Milliarden Euro flossen laut Berechnung insgesamt in die Länder des Ostens Deutschlands und nach Berlin.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) kritisierte die Entwicklung und bezeichnete die finanzielle Belastung seines Landes als erheblich und nicht dauerhaft tragbar. Er forderte eine Reform des Länderfinanzausgleichs und drängt auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, bei dem Bayern bereits im Jahr 2023 eine Klage gegen das System eingereicht hat. Füracker argumentiert, eine Neujustierung sei notwendig, weil Bayern über Jahrzehnte deutlich mehr eingezahlt habe als erhalten.

Ziel des Länderfinanzausgleichs ist es, vergleichbare Lebensverhältnisse in allen Bundesländern zu fördern. Kritiker monieren jedoch, dass das System zu Lasten wachsender Geberländer wie Bayern gehe und Reformdruck fehle. Befürworter betonen, dass der Ausgleich soziale Stabilität und öffentliche Investitionsfähigkeit in strukturschwächeren Regionen sichert.

SK

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