Deutschland hat erstmals mit der Produktion von Kampfdrohnen für die Ukraine auf eigenem Boden begonnen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eröffneten kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Fertigungsanlage in Süddeutschland. Der genaue Standort wurde aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht.
Das Projekt ist Teil einer engeren militärischen Kooperation zwischen Deutschland und der Ukraine. Die Anlage wird von einem deutsch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmen betrieben und soll zunächst rund 10.000 Drohnen pro Jahr produzieren, wobei eine weitere Ausweitung möglich ist.
Die Drohnen sind für den Einsatz an der Front im Krieg gegen Russland bestimmt. Sie sollen die ukrainischen Streitkräfte insbesondere bei Aufklärung, Logistik und Angriffen unterstützen. Durch die Produktion außerhalb der Ukraine sollen Lieferketten stabiler und weniger anfällig für russische Angriffe auf industrielle Infrastruktur sein.
Selenskyj betonte die strategische Bedeutung solcher Koproduktionslinien in Europa und kündigte an, dass weitere gemeinsame Fabriken folgen könnten. Die Initiative gilt als Beispiel für eine zunehmende Verlagerung militärischer Unterstützung von reinen Waffenlieferungen hin zu langfristiger industrieller Zusammenarbeit.
Für Deutschland bedeutet das Projekt zugleich eine stärkere Einbindung der eigenen Industrie in die europäische Sicherheitsarchitektur. Beobachter sehen darin einen Schritt hin zu einer dauerhaften Verteidigungskooperation mit der Ukraine, die auch über den aktuellen Krieg hinaus Bestand haben könnte.
SK