Kunstwerke und edle Weine gelten seit Jahren als attraktive Sachwerte – nicht zuletzt wegen spektakulärer Auktionspreise und steigender Nachfrage vermögender Privatanleger. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Der emotionale Nutzen dieser Investments ist hoch, die finanzielle Rendite hingegen häufig überschaubar.
Demnach erzielten Kunst und Wein in der Mehrheit der untersuchten Fälle einen positiven sogenannten »Emotional Yield«. In 24 von 30 Zeitreihen lag dieser bei durchschnittlich rund 2,64 Prozent pro Jahr – gemessen an Faktoren wie Freude, Prestige oder persönlicher Zufriedenheit.
Finanziell fällt das Ergebnis deutlich nüchterner aus. Die tatsächlichen Wertsteigerungen bleiben oft hinter klassischen Anlageklassen zurück und sind zudem schwer prognostizierbar. Anders als bei Aktien oder Immobilien fehlen verlässliche Bewertungsmaßstäbe, während Marktpreise stark von Trends, Nachfrage und subjektiver Wahrnehmung abhängen.
Hinzu kommen strukturelle Nachteile: Kunst und Wein gelten als illiquide, der Handel ist intransparent und Transaktionskosten können erheblich sein. Verkaufsprozesse sind aufwendig und häufig an Auktionen oder spezialisierte Händler gebunden.
Die Studie rückt damit ein zentrales Missverständnis gerade: Sachwerte wie Kunst oder Wein liefern oft keine klassische Rendite, sondern eine Mischung aus emotionalem Mehrwert und spekulativem Potenzial.
Für Anleger bedeutet das eine klare Differenzierung. Wer in solche Anlageklassen investiert, sollte nicht primär auf finanzielle Erträge setzen, sondern den ideellen Wert bewusst einpreisen.
Die Entwicklung zeigt zugleich, wie sich der Begriff Rendite verändert: Neben messbaren Gewinnen rückt zunehmend auch der subjektive Nutzen in den Fokus – ein Faktor, der in klassischen Finanzmodellen bislang kaum berücksichtigt wird.
SK