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Bayer nimmt wichtige Hürde im Glyphosat-Rechtsstreit

US-Gericht stimmt Vergleich mit Klägern vorläufig zu

Bayer kommt im Glyphosat-Rechtsstreit einen Schritt voran. Ein US-Gericht hat einen Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar vorläufig genehmigt. Damit sollen Zehntausende Roundup-Klagen beigelegt werden.

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05.03.2026

Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im langjährigen Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat eine wichtige juristische Hürde genommen. Ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri hat einem milliardenschweren Vergleich zunächst zugestimmt. Der Deal sieht ein Gesamtvolumen von rund 7,25 Milliarden US-Dollar vor und soll einen großen Teil der noch offenen Klagen rund um das Produkt Roundup regeln.

Mit dem Vergleich will Bayer Zehntausende Verfahren beenden, in denen Kläger dem Konzern vorwerfen, der Wirkstoff Glyphosat habe bei ihnen Krebs – insbesondere Non-Hodgkin-Lymphome – verursacht. Bayer weist diese Vorwürfe weiterhin zurück und betont, wissenschaftliche Studien belegten die Sicherheit des Produkts.

Vergleich soll auch zukünftige Klagen erfassen

Der Vergleich umfasst nicht nur bestehende Verfahren, sondern auch potenzielle zukünftige Ansprüche. Über einen längeren Zeitraum sollen betroffene Nutzer entschädigt werden, falls bei ihnen entsprechende Erkrankungen diagnostiziert werden. Insgesamt geht es um rund 65.000 anhängige Klagen in den USA.

Das Gericht genehmigte die Einigung zunächst vorläufig. In einem nächsten Schritt werden mögliche Anspruchsberechtigte informiert und erhalten mehrere Monate Zeit, Einwände zu erheben oder sich aus der Sammelklage auszuklinken. Erst danach entscheidet das Gericht endgültig über die Umsetzung des Vergleichs.

Glyphosat-Streit belastet Bayer seit Jahren

Der Rechtsstreit um den von Monsanto entwickelten Unkrautvernichter zählt zu den größten juristischen Risiken in der Unternehmensgeschichte von Bayer. Seit der Übernahme des US-Agrarkonzerns im Jahr 2018 musste der DAX-Konzern bereits Milliardenbeträge für Vergleiche und Rückstellungen einplanen.

Mit der nun genehmigten Einigung versucht Bayer, einen großen Teil der verbleibenden Rechtsunsicherheit zu beenden und die jahrelangen Verfahren schrittweise abzuschließen. Gleichzeitig bleibt ein entscheidendes Verfahren vor dem US-Supreme-Court anhängig, das grundsätzliche Fragen zur Haftung bei Glyphosat-Klagen klären könnte.

SK

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