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Bundesnetzagentur sieht Gasversorgung gesichert trotz ungewöhnlich niedriger Speicherstände

Experten mahnen zur Vorsorge, Notfallmechanismen stehen bereit

Trotz ungewöhnlich niedriger Gasspeicherstände unter vierzig Prozent sieht die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland derzeit als gesichert; Experten mahnen Vorsorge.

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28.01.2026

Die Gasspeicher in Deutschland sind zum Jahresbeginn deutlich niedriger gefüllt als in den Vorjahren. Nach Angaben aus aktuellen Daten liegt der Gesamtfüllstand bei rund vierzig Prozent der gesamten Speicherkapazität, während er vor einem Jahr zu dieser Zeit deutlich höher war. Bundesnetzagentur und Betreiber betonen, dass die Versorgungssicherheit gegenwärtig nicht gefährdet sei, weisen zugleich aber auf die ungewöhnliche Entwicklung hin. Die Speicherstände liegen nach EU-Daten deutlich unter dem Niveau von vor einem Jahr, als sie zu dieser Jahreszeit noch bei etwa einundsechzig Prozent lagen. Die Bundesnetzagentur erklärt, die Gasversorgung in Deutschland sei stabil und die Versorgung gesichert, auch wenn die aktuellen Füllstände niedriger ausfielen als in vorangegangenen Wintern.

Hauptursache für die niedrigen Füllstände sind demnach ein vergleichsweise hoher Gasverbrauch in der laufenden Heizperiode und Einflüsse aus dem Vorjahr, als die Speicher bereits weniger aufgefüllt wurden. Insbesondere der große Gasspeicher im niedersächsischen Rehden, einer der wichtigsten Speicherstandorte Deutschlands mit einer Kapazität von etwa dreieinhalb bis vier Milliarden Kubikmetern, zeigt aktuell relativ geringe Füllstände im Vergleich zu früheren Jahren.

Trotz der niedrigeren Vorräte gibt es nach Einschätzung der Netzagentur keine unmittelbaren Engpässe. Die Bundesnetzagentur überwacht die Lage im Rahmen des bestehenden Energiesicherungssystems und hält Notfallmechanismen für den Ernstfall bereit, sollte es aufgrund von Temperaturausreißern oder anderen Faktoren zu Versorgungsspitzen kommen.

Gleichwohl mahnen einige Experten und Branchenvertreter erhöhte Vorsorge. Sie verweisen darauf, dass Speicherstände unter dem langjährigen Durchschnitt ein gewisses Risiko bergen könnten, falls ungewöhnlich kalte Phasen oder Störungen bei der Gasversorgung auftreten sollten. Notfallpläne für extreme Situationen würden derzeit vorbereitet, um mögliche Produktionsausfälle oder wirtschaftliche Folgen im Krisenfall abzufedern.

SK

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