Wirtschaft

Neue Konkurrenz für Amazon: JD.com bringt Joybuy nach Europa

Logistikoffensive soll schnellen Lieferdienst zum Wettbewerbsvorteil machen

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com startet mit Joybuy eine neue Plattform in Europa. Schnelle Lieferungen und eigene Logistik sollen Amazon Konkurrenz machen.

3 Min.

17.03.2026

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com startet eine neue Offensive im europäischen Onlinehandel. Mit der Plattform Joybuy baut das Unternehmen seine Präsenz in mehreren europäischen Märkten aus und positioniert sich als direkte Konkurrenz zu etablierten Handelsplattformen wie Amazon sowie zu anderen chinesischen Anbietern wie Temu oder Shein.

Die Plattform wird zunächst in sechs europäischen Ländern eingeführt: Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg und das Vereinigte Königreich. Kunden sollen dort ein breites Sortiment aus Elektronik, Haushaltswaren, Kosmetik, Spielzeug und Lebensmitteln finden. Zu den angebotenen Marken gehören unter anderem internationale Hersteller aus den Bereichen Technik und Konsumgüter.

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die eigene Logistikinfrastruktur des Konzerns. JD.com setzt dabei auf ein Netzwerk aus Lagerhäusern, automatisierten Logistiksystemen und einem eigenen Lieferdienst. Bestellungen, die am Vormittag eingehen, sollen teilweise noch am selben Tag ausgeliefert werden. Für spätere Bestellungen ist eine Zustellung am nächsten Tag vorgesehen. Damit versucht der Konzern, sich über Geschwindigkeit und Lieferzuverlässigkeit von anderen Plattformen abzuheben.

Die Expansion erfolgt in einer Phase zunehmenden Wettbewerbs im europäischen Onlinehandel. In den vergangenen Jahren sind bereits mehrere chinesische Plattformen aggressiv in den Markt eingetreten und haben mit niedrigen Preisen und schnellen Lieferzeiten Druck auf etablierte Anbieter aufgebaut. Joybuy soll nun eine weitere Alternative für europäische Kunden schaffen und gleichzeitig als Vertriebskanal für chinesische Marken dienen, die ihre Produkte international vermarkten wollen.

JD.com verfolgt mit dem Schritt jedoch nicht nur eine reine Markteinführung. Das Unternehmen baut parallel seine Infrastruktur in Europa aus und entwickelt eigene Lieferlösungen für den Kontinent. Dazu gehört unter anderem der Logistikdienst JoyExpress, der speziell für die schnelle Zustellung von Onlinebestellungen eingerichtet wurde.

Hinter der Strategie steht auch der Versuch, neue Wachstumsquellen außerhalb des chinesischen Heimatmarktes zu erschließen. Der Wettbewerb im chinesischen Onlinehandel ist in den vergangenen Jahren deutlich intensiver geworden. Internationale Expansion gilt daher als wichtiger Schritt, um langfristig neue Kunden zu gewinnen und die globale Präsenz des Unternehmens auszubauen.

Mit Joybuy entsteht damit ein weiterer Wettbewerber in einem ohnehin stark umkämpften Markt. Ob sich die Plattform langfristig gegen etablierte Anbieter durchsetzen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell JD.com seine Logistik, Markenpartnerschaften und Marktpräsenz in Europa ausbauen kann.

SK

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