Die deutsche Pharmaindustrie hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt und sich einmal mehr als robuste Branche erwiesen. Laut Branchenverband VCI stieg die Produktion um etwa 4,5 Prozent, während der Umsatz um rund 5,5 Prozent zulegte — stärker als zuvor erwartet.
Treiber des Wachstums waren unter anderem leicht steigende Preise sowie eine weiterhin stabile Nachfrage im Ausland. Trotz Handelskonflikten und geopolitischer Unsicherheiten blieb das Exportgeschäft auf hohem Niveau. Mehr als 60 Prozent der Umsätze erzielen deutsche Pharmaunternehmen im Ausland, wobei die USA einer der wichtigsten Absatzmärkte sind.
Ein zusätzlicher Wachstumsschub entstand durch sogenannte Vorzieheffekte: Angesichts drohender US-Zölle lieferten Unternehmen verstärkt Arzneimittel in die Vereinigten Staaten aus, bevor mögliche Handelsbeschränkungen greifen konnten.
Im Inland entwickelte sich die Nachfrage zuletzt schwächer, während gleichzeitig der Wettbewerbsdruck durch asiatische Anbieter zunimmt. Dennoch gilt die Branche als vergleichsweise konjunkturunabhängig und bleibt damit ein Stabilitätsfaktor für die deutsche Industrie.
Auch strukturell besitzt die Pharmaindustrie erhebliches Gewicht. Sie beschäftigt in Deutschland über 130.000 Menschen und erzielt hohe Exportumsätze, die maßgeblich zur industriellen Wertschöpfung beitragen.
Für das laufende Jahr bleiben die Aussichten vorsichtig optimistisch, wenngleich mögliche neue Handelsbarrieren — insbesondere aus den USA — weiterhin als Risiko gelten.
SK