Das Handelsdefizit der USA ist im Jahr 2025 trotz umfassender Strafzölle und protektionistischer Maßnahmen nur minimal zurückgegangen. Damit bleibt eines der zentralen wirtschaftspolitischen Ziele der US-Regierung bislang weitgehend unerreicht.
Zwar sanken die Handelsungleichgewichte gegenüber einzelnen Ländern — insbesondere China — deutlich, doch insgesamt blieb die Differenz zwischen Importen und Exporten auf sehr hohem Niveau. Ein entscheidender Faktor ist die weiterhin starke Nachfrage nach ausländischen Waren, insbesondere in technologieintensiven Bereichen.
Der Warenhandel entwickelte sich sogar in die entgegengesetzte Richtung: Das Defizit bei physischen Gütern erreichte neue Höchststände, während der Überschuss im Dienstleistungssektor — etwa bei Finanz-, Software- oder Lizenzgeschäften — zwar zunahm, das Gesamtbild aber nicht grundlegend verändern konnte.
Ökonomen weisen darauf hin, dass Handelsbilanzdefizite nur begrenzt durch Zölle beeinflussbar sind. Sie hängen stärker von strukturellen Faktoren wie Konsumniveau, Wechselkursen, Investitionsdynamik und globalen Lieferketten ab. Selbst wenn Importe aus einzelnen Ländern sinken, verlagern sich Warenströme häufig in andere Regionen, ohne dass die Gesamtimporte deutlich zurückgehen.
Hinzu kommt ein Vorzieheffekt: Unternehmen importierten teilweise verstärkt, um neuen Zöllen zuvorzukommen. Dadurch stiegen die Einfuhren kurzfristig sogar an und neutralisierten den intendierten Effekt der Maßnahmen.
Für die globale Wirtschaft bedeutet die Entwicklung, dass der US-Markt weiterhin stark importabhängig bleibt. Gleichzeitig verschieben sich Handelsbeziehungen, was neue Gewinner unter Exportnationen schafft und geopolitische Spannungen verstärken kann.
Insgesamt zeigt die Bilanz, dass protektionistische Handelspolitik zwar Handelsströme umlenken kann, aber nur begrenzt geeignet ist, tief verankerte strukturelle Ungleichgewichte der Weltwirtschaft kurzfristig zu korrigieren.
SK