Wirtschaft

Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreicht 20-Jahres-Höchststand

Große Firmenpleiten nehmen deutlich zu – strukturelle Belastungen bleiben

2 Min.

08.01.2026

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleibt 2025 auf einem historisch hohen Niveau, während sich insbesondere die Großinsolvenzen weiter verstärken. Laut einer aktuellen Auswertung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erreichte der IWH-Insolvenztrend im Jahr 2025 Werte, die seit rund zwanzig Jahren nicht mehr registriert wurden: Die monatlich erfassten Insolvenzbekanntmachungen von Personen- und Kapitalgesellschaften lagen auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 2005 übertroffen worden war. Diese Entwicklung beinhaltet sowohl kleinere Marktaufgaben als auch strukturelle Belastungen zahlreicher Unternehmen unterschiedlichster Branchen.

Parallel dazu zeigen branchenspezifische Analysen der Restrukturierungsberatung Falkensteg, dass die Zahl der Großinsolvenzen – also Insolvenzverfahren von Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz – im Jahr 2025 signifikant zugenommen hat. Insgesamt meldeten 471 Unternehmen diesen Status an, was einem Zuwachs von fünfundzwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht; bereits 2024 war die Zahl der Großinsolvenzen stark gestiegen.

Für 2026 prognostiziert Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt einen weiteren Anstieg der Großinsolvenzen um fünfzehn bis zwanzig Prozent, da viele Unternehmen zunehmend unter strukturellen Belastungen, hohen Schulden und erschwertem Kreditzugang leiden. »In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben«, sagte Eckhardt. Besonders betroffen seien Hersteller von Metallwaren für die Automobilindustrie, während der Anstieg im Handel insbesondere bei Autohändlern mit fast zweihundert Prozent zu Buche schlug.

Auch IWH-Forscher sehen die Insolvenzentwicklung als Ausdruck fundamentaler Spannungen in der deutschen Wirtschaft: Nach dem Ende pandemiebedingter Aussetzungen von Insolvenzantragspflichten sind die Zahlen anhaltend hoch, was sowohl konjunkturelle Schwäche als auch strukturelle Herausforderungen – etwa Energie- und Finanzierungskosten – widerspiegele. Viele Unternehmen müssen trotz früherer Bereinigungsprozesse nun substanzielle Marktaustritte hinnehmen.

SK

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