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Starlink bei russischen Drohnen im Einsatz – internationale Kritik wächst

Nach Angriff auf ukrainischen Zug gerät Elon Musk unter Erklärungsdruck

Nach tödlichen Drohnenangriffen russischer Streitkräfte unter Nutzung von Starlink-Konnektivität arbeiten die Ukraine und SpaceX daran, die unautorisierte Verwendung zu unterbinden – Elon Musk gerät dabei international unter Druck.

2 Min.

02.02.2026

Ein tödlicher Raketen- und Drohnenangriff auf einen voll besetzten ukrainischen Personenzug bei Charkiw, der bislang 15 Menschen das Leben kostete, hat eine neue Kontroverse um die Nutzung von Starlink-Technologie ausgelöst. Nach ukrainischen Angaben waren an der Attacke mehrere Langstrecken-Drohnen beteiligt, die nach ersten Hinweisen mit Starlink-Internetverbindungen ausgerüstet waren und so präzise Steuerung weit hinter der Front ermöglichten. Mindestens fünf Zivilisten kamen ums Leben, mehrere wurden verletzt, was die Vorwürfe von ukrainischer Seite als Terrorakt einstuft.

Laut ukrainischem Verteidigungsministerium und Institute for the Study of War hatte die russische Armee in den vergangenen Wochen mehrfach Drohnen mit Starlink-Satellitentechnik eingesetzt, um die Reichweite und Genauigkeit von Angriffen auf Infrastruktur und Zivilverkehr zu erhöhen. In Reaktion darauf habe sich die Ukraine unmittelbar an SpaceX und dessen Führungsspitze gewandt, um Wege zu finden, die unautorisierte Nutzung von Starlink-Diensten zu verhindern. Ukrainische Vertreter dankten SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk für schnelle Reaktionen und erste Lösungsansätze.

Die Situation hat internationale Kritik ausgelöst, weil hochentwickelte zivile Kommunikationstechnologie zunehmend militärisch adaptiert wird. Neben Starlink-Antennen wurden auch andere kommerzielle Systeme – darunter WLAN-Mesh-Netzwerke und kommerzielle Router – an der Front eingesetzt, obwohl solche Geräte eigentlich nicht für militärische Nutzung vorgesehen sind. Westliche Beobachter warnen, dass diese Entwicklung den Schutz zivilen Eigentums und die Kontrolle über exportierte Technologie unterminieren könnte.

SpaceX hat in den vergangenen Tagen technische Maßnahmen ergriffen, um den unerlaubten Zugang russischer Kräfte zu seinem Starlink-Netzwerk einzuschränken. Elon Musk erklärte auf Social-Media-Plattformen, dass Schritte zur Blockierung der russischen Nutzung offenbar Wirkung zeigten, und rief dazu auf, mögliche weitere Probleme zu melden. Offizielle Details zur Authentifizierung von Terminals und zur langfristigen Kontrolle der Nutzung werden derzeit von SpaceX und ukrainischen Behörden weiter ausgearbeitet.

Die Rolle von Starlink im Ukraine-Krieg ist ambivalent: Auf der einen Seite hat das Satellitennetz der ukrainischen Seite entscheidende Kommunikationsfähigkeit und Stabilität verschafft und gilt als ein kritischer Bestandteil der Infrastruktur für militärische Kommunikation und Koordination seit Beginn der Invasion. Auf der anderen Seite schafft die mögliche Adaption durch russische Streitkräfte neue rechtliche, technische und ethische Herausforderungen, die nun auf breiter diplomatischer Ebene diskutiert werden.

SK

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