Sachwerte

Baukonzern Goldbeck geht juristisch gegen kriminelle Subunternehmer vor

Nach Schmiergeldskandal kündigen die Eigentümer umfassende Schadensersatzklagen an

Korruptionsaffäre in der Bauindustrie: Nach einem Schmiergeldsystem mit Millionenverlusten kündigt Goldbeck Klagen gegen beteiligte Subunternehmer an. Mehrere Ex-Mitarbeiter wurden bereits verurteilt.

2 Min.

05.03.2026

Jan-Hendrick Goldbeck

Der deutsche Baukonzern Goldbeck kündigt rechtliche Schritte gegen mehrere Subunternehmer an, die in einen Korruptions- und Schmiergeldskandal rund um das Unternehmen verwickelt sein sollen. Die Eigentümer und Geschäftsführer Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Goldbeck erklärten, man wolle gegen Beteiligte zivilrechtlich vorgehen, um entstandene Schäden zurückzufordern.

Auslöser ist ein Betrugssystem, das über mehrere Jahre innerhalb des Unternehmens aufgebaut worden sein soll. Drei ehemalige Mitarbeiter sollen Aufträge gezielt an bestimmte Subunternehmen vergeben haben und dafür Schmiergeldzahlungen erhalten haben. Die Kosten für Bauleistungen wurden dabei über Rechnungen künstlich erhöht. Der wirtschaftliche Schaden für den Konzern geht in die Millionen.

Millionenbetrug über Jahre

Nach Ermittlungen sollen die beteiligten Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg Aufträge an ausgewählte Subunternehmer vermittelt haben. Ein Teil der überhöhten Rechnungsbeträge floss anschließend als Kickback-Zahlungen an die Verantwortlichen zurück. Insgesamt sollen dutzende Transaktionen erfolgt sein, wodurch ein erheblicher finanzieller Schaden entstand.

Die Affäre wurde erst nach internen Hinweisen im Unternehmen aufgedeckt. Goldbeck leitete daraufhin eigene Untersuchungen ein und schaltete die Ermittlungsbehörden ein. Die beschuldigten Mitarbeiter wurden entlassen, und die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit auf.

Gerichtsurteile gegen ehemalige Mitarbeiter

Inzwischen wurden mehrere der beteiligten ehemaligen Angestellten vor Gericht verurteilt. Ein Haupttäter soll allein rund 2,6 Millionen Euro aus dem System erhalten haben. Die Urteile bestätigten den Verdacht eines organisierten Schmiergeldsystems im Umfeld von Bauaufträgen.

Für Goldbeck ist der Fall damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Unternehmen prüft nun zivilrechtliche Schritte gegen beteiligte Subunternehmen, die von den manipulierten Auftragsvergaben profitiert haben sollen. Ziel ist es, einen Teil der entstandenen Schäden zurückzuholen und den Fall rechtlich vollständig aufzuarbeiten.

Der Fall zeigt zugleich die strukturellen Risiken komplexer Subunternehmerketten in der Bauindustrie. Große Bauprojekte werden häufig über mehrere Ebenen von Auftragnehmern abgewickelt, was Kontrolle und Transparenz erschweren kann.

SK

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