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Hapag-Lloyd übernimmt israelische Reederei ZIM für Milliardenbetrag

Deal stärkt Position im globalen Containerverkehr deutlich

Mit der Übernahme der israelischen Reederei ZIM baut Hapag-Lloyd seine Flotte massiv aus und steigt zur fünftgrößten Containerreederei der Welt auf.

2 Min.

17.02.2026

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd übernimmt die israelische ZIM Integrated Shipping Services in einem der größten Deals der Unternehmensgeschichte. Der Kaufpreis liegt bei rund 3,5 Milliarden Euro (etwa 4,2 Milliarden US-Dollar), vollständig in bar finanziert. Damit sichert sich der deutsche Konzern eine strategisch wichtige Erweiterung seiner Flotte und seines globalen Streckennetzes.

Durch die Übernahme steigt Hapag-Lloyd zur weltweit fünftgrößten Containerreederei auf. Zusammen verfügen die Unternehmen künftig über mehr als 400 Schiffe und eine deutlich stärkere Präsenz auf wichtigen Handelsrouten im Pazifik, Atlantik, Mittelmeer und innerhalb Asiens.

ZIM mit Sitz im israelischen Haifa zählt derzeit zu den größten internationalen Linienreedereien und ist besonders stark auf transatlantischen und transpazifischen Routen vertreten. Die Integration soll Synergien schaffen und Hapag-Lloyd helfen, Marktanteile in einem zunehmend konsolidierten und wettbewerbsintensiven Umfeld zu sichern.

Der Deal erfolgt zu einer Zeit, in der die Branche nach den außergewöhnlichen Gewinnen der Corona-Jahre mit sinkenden Frachtraten, Überkapazitäten und geopolitischen Risiken kämpft. Viele Reedereien reagieren darauf mit Kooperationen, Flottenmodernisierung oder Übernahmen, um ihre Kostenstruktur zu verbessern und Netzwerke effizienter zu gestalten.

Politisch sensibel ist die Transaktion insbesondere in Israel, da ZIM als strategisch wichtiges Unternehmen gilt. Teile der Flotte und spezifische Handelsrouten sollen deshalb in einer separaten Einheit weitergeführt werden, um nationale Interessen zu berücksichtigen.

Insgesamt markiert die Übernahme einen weiteren Schritt zur Konsolidierung der globalen Schifffahrt. Für Handel und Industrie könnte ein stärker integrierter Anbieter sowohl stabilere Lieferketten als auch größere Marktmacht bedeuten — mit potenziellen Auswirkungen auf Transportpreise und Wettbewerb.

SK

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